Geschichte und Geschichten

Chronik des RKB-Hofen / RKV-Hofen  (Niedergeschriebenes Gedächtnis)


Die ersten Jahre 1925 - 1933

 1925:
 21 Radsportbegeisterte gründen den Arbeiter Rad und Kraftfahrbund "ARKB Solidarität Hofen". Als 1. Vorsitzender wird Paul Schrankenmüller in der Gründerversammlung im Gasthaus "Zum Schweizer Haus" in Attenhofen gewählt. Fehlendes Geld für Saalmaschinen führt zum ersten Übungsgelände Straße. Straßenradrennen, Stern- und Reigenfahren auf Straßenmaschinen sind die ersten Aktivitäten, unter anderem auf dem Sportplatz im "Eichholz" in Hofen.
1927:
Durchgeführte Werbefahrten in Aalen und Wasseralfingen erbringen steigende Nachfrage und Bekanntheitsgrad. 30 radsportbegeisterte Mitglieder richten die erste größere Sportveranstaltung mit einer Fahnenweihe aus.

Fahnenweihe 1927
Fahnenweihe 1927
1931:  
Das Übungsraumproblem der sporttreibenden Vereine Hofens, wird durch den Kauf eines Schuppens von den Schwäbischen Hüttenwerken, durch die Gemeinde gelöst. Freiwillige Arbeits-stunden der Mitglieder ortsansässiger sporttreibender Vereine waren die Voraussetzung für den im Herbst aufgenommenen Übungsbetrieb. Die neu hinzugekommenen Sparten, Kunst- und Reigenfahren mit Saalmaschinen finden bei Buben, Mädchen und auch bei Damen begeisterte Kunstradanhänger.  
1933:  

Die Vereinsentfaltung nimmt durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten ein jähes Ende. Der Dachverband "Arbeiter und Kraftfahrbund Solidarität" ist als "politisch unzuverlässig" eingestuft. Er spricht sich gegen eine Zwangsintegration in den nationalsozialistischen "Bund Deutscher Radfahrer" aus. Die Folge ist die Auflösung des Dachverbandes, die Beschlagnahme des Vermögens, der Standarte und der Kunstradmaschinen. In Hofen müssen die Saalmaschinen sowie die Banner im Rathaus abgegeben werden. Jedoch konnten umsichtige Vereinsmitglieder noch rechtzeitig zwei Saalmaschinen und das neuere Banner verstecken.

30. Januar 1933 Machtergreifung durch die NSDAP

1933 - 1945:

 

Das Drama des zweiten Weltkriegs überschattet das völlige Erliegen der Vereinsaktivitäten. Viele Vereinsmitglieder bezahlten diesen Krieg mit ihrem Leben.

01.09.1939 Beginn des Zweiten Weltkrieges

Neuaufbau 1947 - 1960

1947:  
23. August. Völliger Neubeginn wiederum im Gasthaus "Schweizer Haus" in Attenhofen. Acht ehemalige Mitglieder wählen erneut Paul Schrankenmüller zum Vereinsvorstand. Drei kräftige "Frisch Auf" beschließen die Wiedergeburt. Mehrere Versammlungen und Laufereien zu den örtlichen und Amerikanischen Besatzungsbehörden sind nötig, um den Neuanfang auf die Füße zu stellen. Zwei reparaturbedürftige Saalmaschinen sind das Grundkapital . Erster Übungsraum ist der große Saal im Gasthaus "Kellerhaus" in Oberalfingen. 09.05.45 - 23.05.49
Hofen innerhalb amerikanischer Besatzungszone
1947: Frieder Schiele und Albert Erhardt im "Kellerhaussaal"
1947: Frieder Schiele und Albert Erhardt im "Kellerhaussaal"
25.Vereinsjubiläum und Bezirksfest 1950
25.Vereinsjubiläum und Bezirksfest 1950

20.Juni 1948 Währungsreform.
40 DM Startkapital für jeden!

 

23.05.49
Gründung BRD

 

07.10.49
Gründung DDR


1950:

 

Wiederaufbau der alten Turnhalle durch aktive Mithilfe der RKV-Vereinsmitglieder. Das Bezirksfest am 3. und
4. Juni, ausgerichtet im Rahmen des 25jährigen Jubiläums, stellt einen ersten sportlichen Höhepunkt dar.

13 Mitglieder werden für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Die sportliche Ausgestaltung erfolgt durch ein Straßenrennen auf der B 29 sowie einer Rubrik "Langsamfahren" auf dem Hofener Dorfplatz.

16. Oktober: Beteiligung an einem Umzug in Aalen mit Abschluß in der Bohlturnhalle sowie Werbefahrten in Wasseralfingen führen zu wachsenden Mitgliederzahlen.

In der Generalversammlung legen die Mitglieder die Vereinsgeschicke in die Hände von Josef Schiele senior.


Hofen 1617 Einwohner

RKV:
34 Mitglieder

1952:

19.11.1953
Gründung
Baden-Württemberg

 

Neben dem Reigen- und Kunstradfahren stellen männliche Vereinsmitglieder eine Radballmannschaft zusammen.

1957/58:  

Die Radballmannschaft beendet ihre erste Spielsaison in der Kreisliga mit 32:0 Punkten und dem Meistertitel.

30. / 31. Dezember. Durch den Turnhallenbrand in Hofen sind die Trainingsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Erneut sind gemeinschaftliche Anstrengungen nötig, um den Übungsraum wieder erstehen zu lassen.

 

Die letzten Jahre des RKB-Hofen 1960 - 1975

Radballoberliga: Hofen I, Huber Hans / Erhardt Albert - Wasseralfingen I, Haas / Vogelmann
Radballoberliga: Hofen I, Huber Hans / Erhardt Albert - Wasseralfingen I, Haas / Vogelmann
1966: Steuerrohrsteiger Erhardt Albert - Schiele Josef - Erhardt Alfred - Schiele Friedrich
1966: Steuerrohrsteiger Erhardt Albert - Schiele Josef - Erhardt Alfred - Schiele Friedrich

1960-1965:

 

Sportliche Erfolge, insbesondere durch starke Radballmannschaften. Drei Männermannschaften bestreiten Spiele in der Ober- und Landesliga. Höhepunkte der Radballoberliga stellen stets Lokalderbys mit Wasseralfingen dar.Die Kunstradsportler stellen ihr Können im Reigenfahren, Steuerrohrfahren bei Schülern, Jugend und Erwachsenen gleichermaßen bei Württembergischen und Süddeutschen Meisterschaften unter Beweis.

Eine Kunstradsportbesonderheit aus dieser Zeit bleibt der männliche 4er Steuerrohrsteiger mit vordersten Platzierungen bei Württembergischen Meisterschaften.

RKV:
128 Mitglieder

1965:


 

"Wenn Einer für den Anderen steht, das nennt man Solidarität". Das Motto gilt sowohl für den Zusammenhalt als auch für das Ausrichten des 40. Vereinsjubiläums.

23. und 24. Juni. Wie so oft, tun sich die örtlichen Vereine zusammen, um einen Umzug und einen Festabend mit sportlichen und humoristischen Höhepunkten hervorzuzaubern.

8. August. Frisch gestärkt und voller Tatendrang richten die Mitglieder den ersten Motorradtrail im "Bux" in Hofen aus. 50 Fahrer aus dem ganzen süddeutschen Raum begeistern über 2000 Zuschauer.

1965 - Motorradtrail im "Bux"
1965 - Motorradtrail im "Bux"

1966:

 

2. Juli. Durch Trainingsfleiß und Ausdauer schließen die Damen im 4er Kunstradfahren bei der erstmaligen Teilnahme einer Hofener Mannschaft bei der Deutschen Meisterschaft in Böblingen mit der Bronzemedaille ab

11. September. Der Erfolg und die Resonanz des Vorjahres bestärkt den Verein erneut eine Motorsportveranstaltung anzubieten. Diese zählt als letzter Lauf zur Württembergischen Motorradmeisterschaft. Über 2500 Zuschauer säumen das Rennsportgelände im "Bux" in Hofen.

20. November. Ein trauriger Tag wird dem Verein durch den Tod des 1. Vorsitzenden Josef Schiele beschert. Sein Nachfolger ist der bereits seit langen Jahren amtierende 2. Vorsitzende Christian Stelzer.

24.09.66
Einweihung Kappelbergschule

1967:


 

1.Oktober. Erneut heulen Motoren. Ein Motorrad-Crosslauf im "Bux" in Hofen mit Starts von 50 Fahrern in 4 Hubraumklassen von 75 bis 175ccm. Die Lokalpresse titelt: "Es ging hart auf hart in Hofen - An Schwierigkeiten kein Mangel / Harter Kampf um Gemeindepokal"
1968:

15. September. Sportliche Höchstleistung erzielt die 4er Damenkunstradmannschaft durch den 3. Platz bei der DM in Straubing/Niederbayern.

Ehrenvorsitzender und Mitbegründer des Vereins, Paul Schrankenmüller wird zu Grabe getragen.

1969:

Die Radballer betreiben die Saison mit 3 aktiven Mannschaften in der Ober- und Landesliga sowie 2 Jugendmannschaften in der Landesliga, die hier den Meister und den Vizemeister stellen.

22. Juni. Die 4er Damenkunstradtruppe kehrt von den "Deutschen" in Göppingen mit dem Vizemeistertitel heim.

Aufgrund des hohen Sicherheitsrisikos bei den Motorradsportaktivitäten werden diese zu Gunsten des "Josef-Schiele-Gedächtnispokals" eingestellt. Hierbei handelte es sich um eine Motorsport-Sicherheits-Testfahrt mit mehreren Stationen.

1970:

14. Juni. Der Paukenschlag und gleichzeitig auch der größte Erfolg der Vereinsgeschichte im Kunstradsport ist der, unseren 4er Damen, aus Hannover mitgebrachte Titel "Deutscher Meister".


Deutscher Meister 1970: Erika Miller (Fritz); Brigitte Stenzel (Stelzer); Brigitte Poraska (Gutsche); Margot Bux (Schiele) (v. links)
Deutscher Meister 1970: Erika Miller (Fritz); Brigitte Stenzel (Stelzer); Brigitte Poraska (Gutsche); Margot Bux (Schiele) (v. links)
Junioren Bezirksmeisterschaften  Alte Turnhalle 1970: Klaus Mewitz; Anton Siedler; Manfred Stelzer; Roland Ströbel (v. links)
Junioren Bezirksmeisterschaften Alte Turnhalle 1970: Klaus Mewitz; Anton Siedler; Manfred Stelzer; Roland Ströbel (v. links)

Radball-Bundesliga: Manfred Stelzer / Karl Erhardtl gegen Vereinskameraden Anton Siedler / Roland Ströbel bei Eröffnung Glück-Auf-Halle Hofen 1973
Radball-Bundesliga: Manfred Stelzer / Karl Erhardtl gegen Vereinskameraden Anton Siedler / Roland Ströbel bei Eröffnung Glück-Auf-Halle Hofen 1973

1971:

 

20.Juni. Die Kunstradsportler 4er Damen erringen bei der DM in Wiesbaden Platz 2

Bei der vierten Ostalb-Sicherheitsrally für PKWs messen sich 23 Teams. Der "Paul-Schrankenmüller-Pokal" ist über einer 68 km langen Fahrstrecke rund um Hofen zu erringen.

 

1972:

 

18. Juni. Die 4er Mannschaft männliche Jugend kehrt von den "Deutschen" in Hamburg als Vizemeister, die 4er Damen als drittplatzierte zurück.  
1973:  
Mit einem herzlichen "Glück Auf" wird die neue "Glück-Auf-Halle" in Hofen der Bestimmung übergeben. Bessere Trainingsmöglichkeiten sorgen dafür, im Radball Akzente zu setzen. Der 2. Platz durch die Herrenmannschaft Hofen I in der Oberliga, berechtigt für die Aufstiegsspiele zur Bundesliga Süd und Teilnahme in der Saison 1974/75.

Einwohnerzahl: 2235 Bürger

1974:  

28. April. Als Anerkennung des Engagements für den Kunstradsport, darf Hofen die Württembergischen Meisterschaften ausrichten. Dabei stellt Hofen in drei Disziplinen den Meister. Die ausgefahrene Punktzahl berechtigt die 4er Damen und 6er Schülerinnen zur Teilnahme an der DM in Augsburg. Platz 6 für die Damen und Platz 4 für die 6er Schülerinnen ist das beachtliche Ergebnis.

7. Dezember. 1. Bundesligaspieltag der Radballer, Aktive Hofen I, in Hofen. Die Radballjugend kehrt mit einem beachtlichen 7. Platz von der Deutschen Meisterschaft heim.

Im Vereinsregister des Amtsgerichts Aalen wird die erste Satzungsniederschrift mit neuem Namen
"Rad und Kraftfahrverein Hofen e.V."
hinterlegt.

 

Als RKV-Hofen ins neue Jahrtausend 1975 - 2000

1975:

 

20.- 22. Juni. Mit Böllerschüssen zum Auftakt und als ein Highlight ist die Feier des fünfzigjährigen Jubiläums anzusehen. Hochkarätige Kunstradsportler des Landes und dufte Vorführungen der örtlichen Vereine mit abschließendem Feuerwerk bleiben unvergessen. Sieben Gründungsmitglieder dürfen den Tag noch mitfeiern.

Verbunden mit der Eingemeindung nach Aalen ist auch der Beitritt zum "Stadtverband der sporttreibenden Vereine Aalen e.V." zu sehen. Bei der erstmalig ausgerichteten Aalener Sportlerehrung bekommen die Jugendradballer sowie die 6er Schülerinnen für den Württembergischen Meistertitel das bronzene Lorbeerblatt.

Starke Konkurrenz beendet die Radballsaison der Herrenmannschaft Hofen I mit dem Abstieg aus der Erstklassigkeit in die Oberliga.

Die Radballabteilung richtet die Entscheidungsspiele zur Württembergischen Rasenraballmeisterschaft aus.

Hofen: 2136 Einwohner
RKV-Hofen 137 Mitglieder

 

Eingemeindung Hofen und Wasseralfingen nach Aalen

 

 

 

1975 Württembergische Meisterschaft im Rasenradball
1975 Württembergische Meisterschaft im Rasenradball

1976:

 

13. Juni. Die Kunstrad DM in Moers belohnt die Akrobatik der 4er Damen mit Platz 6. 4er Jugend weiblich und 6er Schülerinnen mit Platz 5.  
1977:  

Die Radsportverbände Bund Deutscher Radfahrer BDR und Rad- und Kraftfahrbund RKB Solidarität richten nach dem Zusammenschluß und zweijähriger Pause, die erste gemeinsame Radballsaison aus. Herren Hofen I und II beenden die Bezirksklassenrunde mit mittleren Plätzen.

Die Einladung zur Bundesgartenschau in Stuttgart, ist Ansporn für uns im Rahmen des "Oalemer Tags" einen Abriß des Kunstradkönnens zu zeigen

 
1978:

Hofener Patritz Ilg wird Vizeeuropameister
3000m Hindernislauf

Sechs Kunstradformationen des RKV erhalten bei der 1. Hofener Sportler- und Kulturehrung für ihre Erfolge bei Württembergischen- und Süddeutschen Meisterschaften, die ersten Auszeichnungen.
1979:  

Die 4er Schüler fahren nach dem erreichten Württembergischen Meistertitel zur DM nach Kronau. Ihr Mitbringsel ist ein beachtlicher 9. Platz.

Das 1. Radgeschicklichkeitsturnier für jugendliche Fahrradfahrer feiert sein Debüt.

Die Hofener Radballer holen den Meistertitel in der Bezirksliga und steigen in die Landesliga auf.

 
1982:  

Nach den Hochphasen der vergangenen Jahre im Radball kommt ein Durchhänger mit dem Abstieg der Herrenmannschaft Hofen I aus der Landesliga. Nun spielen zwei aktive Mannschaften in der Bezirksklasse sowie eine Jugend- und eine Schülermannschaft.

24. Oktober. Nach zweijähriger Abstinenz bei deutschen Meisterschaften trägt eine gute Jugendarbeit im Kunstradsport mit einem 9. Platz der 4er Schüler A bei der DM in Mainz-Mombach erste Früchte.

 
1984:  
Nach dem Württembergischen Meistertitel berechtigt die ausgefahrene Punktzahl der Kunstradjunioren in der Disziplin 6er Einrad und 6er Kunstrad zur Teilnahme an der Süddeutschen Meisterschaft. Für beide Disziplinen ernten sie die Bronzemedaille.  
1986 Umzug 850 Jahre Aalen
1986 Umzug 850 Jahre Aalen